Flußseeschwalben-Inseln des BUND

Die Flußseeschwalbe ist ein in Mecklenburg-Vorpommern stark gefährdeter Brutvogel. Diese fischjagende Seeschwalbenart ist relativ eng mit Möwen verwandt und brütet in größeren Kolonien an unseren Küsten und im Binnenland. Dabei bevorzugt sie nicht bewachsene kiesige oder kurzrasige Gebiete, die durch eine noch vorhandene Uferdynamik (Überflutungen – Trockenfallen) entstehen. Flussufer, Sandbänke oder Nehrungen sind hierfür Beispiele.

 

Steckbrief – Fluss-Seeschwalbe

Die Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo) ist eine Vogelart aus der Familie der Seeschwalben (Sternidae). Wie der Name bereits beschreibt, findet man sie Küsten von Meeren und Binnengewässern. Im Winter ziehen sie aus ganz Europa in den Süden und Westen von Afrika. Seeschwalben sind eng mit den Möwen verwandt, nicht mit den Schwalben – leider ein häufiger Irrtum.

Die Seeschwalbenart wird bis zu 40 cm groß. Die Flügelspannweite beträgt etwa 70 bis 80 cm. Im Schlichtkleid ist die Stirn hell und der Schnabel schwarz. Die Beine sind rot gefärbt. Charakteristisch ist der rote Schnabel, der an der Spitze schwarz endet. Ihr Gefieder ist weiß bis hellgrau, ihr Oberkopf ist tiefschwarz gefärbt. Ihr Ruf klingt in etwa wie „kick“ oder „kriäh“ (Quelle: Wikipedia). Die „Fluse“ ist ein geschickter Stoßtaucher. Sie erbeutet dabei hauptsächlich kleine Fische, aber auch Insekten und Weichtiere.

Von Mai bis August brüten Flussseeschwalben an Küsten, speziell auf leicht bewachsenen Sandinseln oder Felsen. Im Binnenland fehlen oft geeignete ungestörte Brutplätze, worauf mit den im folgenden Abschnitt beschriebenen Nistinseln Abhilfe geschaffen werden soll. Mit dem Balztanz und einem Fisch im Schnabel als Hochzeitsgeschenk werben Männchen um ein Weibchen. Nach der Paarung legt das Weibchen ein bis vier etwa vier cm große Eier. Mit Sturzflügen verteidigen sie ihre Brut gegen Angreifer wie z.B. Milane, Falken oder auch den Fischotter. Beide Eltern wärmen die Eier etwa drei Wochen lang, bis die Küken schlüpfen. Nach weiteren drei bis vier Wochen werden die Jungvögel flügge.

 
Entwicklung und Schutzmaßnahmen

inseln

In Mecklenburg-Vorpommern sind in den letzten Jahren zwei unterschiedliche Entwicklungen sichtbar geworden: Die küstennahen Bestände brechen zunehmend zusammen, während die Brutpaarzahlen der binnenländischen Brutstandorte steigen. Vor diesem Hintergrund entstand die Aktion „Flußseeschwalbe“ im NSG Nonnenhof. Seit 1995 wurden durch den NABU und den BUND zuerst eine Brutinsel gebaut, die zwar schwamm, aber bei hohen Wellensituationen überspült wurde. So brüteten im ersten Jahr keine Seeschwalben auf der Insel. Erst im darauf folgenden Jahr war das Projekt erfolgreich. Die seit Projektbeginn erhobenen Brutpaar- und Jungvogelzahlen können dem folgenden Diagramm entnommen werden.

Die Kolonie ist erfolgreich gewachsen und hatte 2011 den Maximalbesatz (auf nunmehr 3 Inseln) von 125 Brutpaaren.

Wie gestaltet sich unsere Arbeit?

junge_flusenDie Inseln müssen jeden Herbst an Land gebracht werden, da sie nicht eisfest sind. Während des Winters können Reparaturarbeiten vorgenommen werden.Im Frühjahr werden sie dann wieder zu Wasser gelassen und am Brutplatz verankert. Während der Brutzeit wird der Brutbestand laufend erfasst. Die Jungtiere werden mit einem Metallring mit individuell vergebener Nummer beringt. Inzwischen läuft auch ein Farbringprogramm, um Informationen über den Verbleib der Vögel während ihres Aufenthaltes im Brutgebiet zu erhalten. Inzwischen wissen wir durch die Meldungen der Ringablesungen, dass sich auf unseren Inseln geschlüpfte Flußseeschwalben in ganz Mecklenburg-Vorpommern niedergelassen haben. Die weiteste nachgewiesene Distanz liegt bei 9980 km – eine der Flußseeschwalben ist auf ihrer Wanderung bis nach Südafrika geflogen! Bei unseren Einsätzen benötigen wir immer viele Helfer! Wer Interesse hat, kann sich gern bei uns im Büro melden! Besonders für die kleinen Naturfreunde, die auch mal im Boot mitfahren dürfen, während die Großen mit anpacken, sind die Aktionen ein großer Spaß. Seeadler, Kraniche oder auch der Otter sind oft mit von der Partie!

>> Vortrag von Axel Griesau“Zur Ansiedlung der Flussseeschwalben auf der Lieps“ [Power Point Präsentation]